Mittwoch, 20. März 2019

Endlich geschafft: Wölfe krönen sich zum Meister

Um 18:09 Uhr am Sonntagabend hatten die Wölfe ihr Ziel erreicht. Als die Schlusssirene in der Kraichgauhalle ein mitreißendes Finalspiel beendete, endete auch eine lange titellose Zeit im Jugendhandball des TV Bad Rappenau. Gerechnet hatte mit diesem Erfolg vor der Saison wahrscheinlich niemand. Und genau deswegen war es am Ende umso schöner und bleibt unvergessen.

 Die Wölfe luden zum ultimativen Saison-Showdown, dem Final-Four-Turnier in die Kraichgauhalle Bad Rappenau. Gastgeber Bad Rappenau, der TSV Buchen, der TSV Willsbach und die SG Schozach-Bottwartal kämpften an diesem Tag um die Krone der Bezirksliga des Handballbezirks Heilbronn-Franken. Diese Mannschaften belegten nach dem Ende der Runde die ersten vier Plätze der Tabelle. Den Anfang machte der Tabellenerste gegen den -vierten. Der TSV Buchen und die SG Schozach-Bottwartal trafen im ersten Halbfinale um 13:30 Uhr aufeinander. Was vor einigen Monaten noch eine eher klare Sache für den TSV gewesen wäre, war nun ein Duell in das die SG SB als Favorit ging. Denn sowohl im letzten Punktspiel als auch an diesen Tag reiste die SG auf einmal mit 15 Spielern an, zum Teil gespickt mit Akteuren, die man über die Saison noch nie gesehen hatte. So endete auch das Duell der beiden vor 3 Wochen mit einem 37:27-Kantersieg für die SG. Den Buchener Jungs war zu Spielbeginn die Nervosität ins Gesicht geschrieben. Nach unzähligen Fehlwürfen und technischen Fehlern führte die SG nach acht Minuten mit 2:5. Diese Führung hielt bis kurz nach der Halbzeit beim Stand von 10:13. Es schien als wären die Buchener ein wenig beeindruckt vom aggressiven Auftreten der SG. Doch plötzlich änderte sich das Bild und ein 3:0-Lauf des TSV ermöglichte den Ausgleich. Kurz darauf sogar die Chance zur Führung. Doch ein starker Keeper aus Schozach vereitelte auch diese Chance. Jetzt ging es hin und her, ein Kampf auf Biegen und Brechen. Deshalb war nach 40 Minuten kein Sieger auszumachen. Das erste Spiel des Tages ging mit 18:18 ins 7-Meter-Werfen. Erneut brachten die drei ausgewählten Schützen jeder Mannschaft keine Entscheidung. Erst als der sechste TSV-Schütze verwarf, machte die SG Schozach-Bottwartal den Finaleinzug perfekt. Somit war mit dem TSV Buchen, die bis dahin konstanteste Mannschaft der Saison ausgeschieden.

Im Anschluss griff dann der Gastgeber ins Turnier ein. Die Stimmung in der Halle war bereits beim ersten Halbfinale besonders. Doch als nun zahlreiche Rappenauer Fans eintrafen war alles bereit für einen großen Tag der Rappenauer Wölfe. Den Wölfen fehlten zwei Spieler. Gerade einmal eine Woche vor dem Final Four riss sich Leistungsträger Rasmus Buchenau das Außenband und musste von der Seitenlinie zuschauen und mitfiebern. Marc-Robin Braun war aus privaten Gründen verhindert. Gegner war nun die Mannschaft des TSV Willsbach, die man Ende Januar noch nebenan in der Mühltalhalle klar schlagen konnte. Allen war klar, dass diese Partie keine werden würde wie jede andere in der Liga. Beide Mannschaften begannen nervös. In den ersten zehn Minuten bekamen die Zuschauer alles andere als Spitzenhandball zu sehen. Die Bedeutung des Spiels war jedem einzelnen Spieler anzumerken. 5:5-Unentschieden nach 11 Minuten. Erst jetzt konnten die Gastgeber durch drei schnelle Ballgewinne und überzeugend gespielte Gegenstöße eine 8:5-Führung erzwingen. Doch diese Führung warfen die Wölfe leichtfertig weg und der TSV Willsbach konnte sogar auf 9:11 davonziehen. Beim späteren 10:12 neun Minuten vor Schluss schwächten sich die Wölfe dann auch noch mit einer 2-minütigen Unterzahl. Doch es schien so als wäre das Team von Trainer Sören Birkert erst jetzt aufgewacht. Diese brenzlige Situation meisterten die Jungs mit purem Kampf und dem unbedingten Willen hier nicht ausscheiden zu wollen. 5 Minuten vor dem Ende glichen die Wölfe beim 16:16 aus und leiteten eine nervenaufreibende Schlussphase ein. Mit einer Willensleistung und drei eigenen Toren in den entscheidenden Minuten konnten die Wölfe das Spiel gewinnen. Mit 19:16 zog die Mannschaft ins große Finale gegen die SG Schozach-Bottwartal ein.

Im Spiel um Platz 3 setzte sich dann der TSV Buchen mit 26:22 durch. Doch dieses Spiel war von nicht allzu großer Bedeutung und dementsprechend auch für viele ein wenig uninteressant. Jeder wartete eigentlich nur noch auf das Finale, welches durch einige Verzögerungen erst 30 Minuten später beginnen konnte. Favorit war aufgrund der letzten Ergebnisse und des großen Kaders (15 Spieler) im Gegensatz zum TV (10 Spieler) die SG aus Schozach.

Um 17:15 pfiff der Schiedsrichter das letzte Spiel der Saison 2018/19 an und beide Teams trennten nur noch 40 Minuten von der Meisterschaft. Anders als in den Halbfinals war keine Nervosität mehr zu spüren, vielmehr überwog jetzt der Kampf. Beide Abwehrreihen ließen nichts zu und so konnte die SG erst nach knapp viereinhalb Minuten den ersten Treffer des Spiels markieren. Es ging heiß her und um jeden Zentimeter Hallenboden wurde heiß gekämpft. Nachdem auch bei den Wölfen nach sechs Minuten den Knoten geplatzt war, folgten zwei weitere Tore und ein 3:1-Führung. Die Stimmung in der Halle war gut und jeder Treffer der Wölfe wurde frenetisch gefeiert. In der Abwehr ließ die Mannschaft durch aufopferungsvollen Kampf um jeden Ball nahezu nichts zu, wenn aber doch etwas Richtung Tor der Wölfe flog, hielt der TV-Keeper jeden Ball, der zu halten war. Im Angriff gab es für die Wölfe fast kein Durchkommen. Meist kam man nur durch Kampf und Willenskraft zum Erfolg, oft auch über Linksaußen. Zur Halbzeit führte man gegen den Favoriten mit 9:6. Nach der Pause schwanden die Kräfte. Die Wölfe kämpften für jedes Tor hart und versuchten in der Abwehr als Einheit alles zu blocken, was möglich war. Dies gelang auch weitestgehend. Doch ein Aufbäumen der SG war unvermeidbar und beim 14:13 waren die Mannen in Rot wieder zurück im Spiel. In den letzten 9 Minuten mussten die Wölfe dagegenhalten. So nah war man einem Titel wohl noch nie. Und sie schafften es. Wieder einmal bewiesen sie, was für eine homogene Truppe auf dem Platz stand. Alle zusammen stemmten sich in der Abwehr gegen die immer wieder anrollenden Gegenstoßreihen der SG. Trotzdem blieben die Gäste dran und verkürzten vier Minuten vor dem Ende auf 17:16. Im Gegenangriff gingen die Wölfe wieder mit zwei Toren in Front, ehe man zweieinhalb Minuten später die Lücke über den Kreis fand und die Wölfe unter großem Jubel der eigenen Anhänger für die Vorentscheidung sorgten. Zwar verkürzte die SG noch einmal auf 19:17, die Wölfe spielten die verbleibende Minute aber sicher runter und trafen sogar noch einmal zum 20:17-Endstand. Als um 18:09 Uhr dann die Schlusssirene erklang, war klar: Die A-Jugend des TV Bad Rappenau ist Handball-Bezirksmeister 2018/19. Während die SG-Fans nun ihren Unmut durch Pfiffe äußerten, feierten die Wölfe mit ihren Fans den lang ersehnten Titel. Die Erleichterung war riesig. Im letzten Jahr, in dem diese Mannschaft in dieser Konstellation zusammenspielte, gelang ihnen unerwartet dieser Triumph.

Besser hätte sich Trainer Sören Birkert seinen Abschied wohl nicht vorstellen können. Nach fünf Jahren und einem riesigen Anteil an diesem Titelgewinn, beendet er seine Tätigkeit als Trainer dieser Mannschaft aus beruflichen Gründen. Passender hätte man das Ende dieser Erfolgsgeschichte nicht schreiben können. Was der Trainer mit den Spielern in den letzten Jahren aufgebaut hat, ist unglaublich. Das funktioniert nicht überall. Die Stimmung in der Mannschaft war immer gut. Die Jungs traten stets als Einheit auf und gewannen und verloren zusammen. Was am Ende dabei herauskam, ist der Wahnsinn. Bezirksmeister 2019!!! Noch lange Zeit nach dem Schlusspfiff schien es, als könne der Großteil der Mannschaft noch gar nicht fassen, was sie erreicht hatten. Das wird vielleicht auch noch eine Weile dauern. Der 17. März 2019 wird allen für immer in Erinnerung bleiben.

Doch nicht nur der Trainer geht von Bord. Auch Luca Fackler und Rasmus Buchenau verlassen den Verein und wechseln zurück zu ihrem Heimatverein nach Bad Wimpfen. Zwei Jungs, die nie Probleme hatten sich einzufinden und sich in ihrer Rappenauer Zeit zu wichtigen Leistungsträgern gemausert haben. Danke Sören, Rasmus und Luca für euren grenzenlosen Einsatz für die Mannschaft! Wir werden euch vermissen!

Mannschaft und Trainer bedanken sich bei allen, die sie über die ganzen Jahre hinweg unterstützt haben. Und vor allem ein großes Dankeschön an jeden Anhänger der Wölfe, der diesen Finaltag zu etwas ganz Besonderem gemacht hat. Ohne die fantastische Unterstützung wäre das nicht möglich gewesen.

Nach dem Feiern ist vor der neuen Saison. Die neuformierte A-Jugend tritt am 30. März zur Qualifikation für die Hallenrunde in Lauda-Königshofen an. Zwei Wochen bleiben, bis viele Spieler der Meistermannschaft wieder angreifen müssen. Der Spieler, die altersbedingt ausscheiden, bereiten sich auf das kommende Jahr bei der Herrenmannschaft vor.

Zur Meistermannschaft gehören: Alexander Melnikov (Tor), Marc-Robin Braun, Rasmus Buchenau, Cedrick Berger, Michael Oroszy, Dennis Scheljakin, Thivyan Jeyaseelan 3, Johannes Becker 6/3, Jonathan Buchenau 6, Paul Zimmermann 7/1, Justin Auer 7/3, Luca Fackler 10/1, Sören Birkert (Trainer), Thomas Schwing

  • Begegnung: Bezirksliga Final-Four

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